Tipps für die ersten Tage im neuen Zuhause
Die Kaninchen sind Fluchttiere. In einer fremden Umgebung, in der sie noch nicht die sicheren Unterschlüpfe kennen, ihnen Geräusche nicht bekannt vorkommen und alles anders riecht, fühlen sie sich nicht wohl und reagieren mitunter sehr ängstlich.
Neue Kanincheneltern können ihren Schlappohrkindern aber dabei helfen, sich schnell in ihrem neuen Zuhause zurechtzufinden und sich gut einzugewöhnen.
Seid ihr für den Einzug eurer Schlappöhrchen gut vorbereitet?
Wichtig für eine schnelle und stressfreie Eingewöhnung ist, dass ihr die kleinen Kaninchenkinder ganz in Ruhe ihre neue Umgebung erkunden lasst und sie in den nächsten Tagen nicht sofort bekuschelt, auch wenn es schwer fällt.
Die Häschen müssen sich erst einmal in ihrer neuen Welt zurechtfinden und haben oft noch viel Angst. Zusätzlicher Stress durch neue fremde Menschenhände können sie in den ersten Tagen nicht gebrauchen. Es ist wichtig, die Schlappohren erst einmal in Ruhe ankommen zu lassen. Zu viel Stress kann sich gerade bei Jungtieren auch mit Durchfall bemerkbar machen und das kann für die Kleinen schnell gefährlich werden.
Um den kleinen Mümmelnasen überhaupt Zeit zum Ankommen geben zu können, muss natürlich das neue Zuhause vor dem Einzug vollständig eingerichtet sein.
Deshalb ist es wichtig, alle notwendigen Dinge schon im Vorfeld zu besorgen, damit einem guten Start nichts mehr im Wege steht.
Wisst ihr, was euer Kaninchen bisher alles so gefuttert hat und welche essbaren Leckereien es noch nicht kennt?
Im neuen Zuhause sollten die Häschen die ersten Wochen erstmal ihr gewohntes Futter (Obst, Gemüse, Trockenfutter) bekommen. Die Kleinen haben durch den Umzug und der neuen ungewohnten Umgebung bereits genug Stress, sodass eine zeitgleiche Futterumstellung nicht ratsam wäre.
Unsere Trockenfuttermischung bekommt ihr für die nächsten Tage mit, ebenso wie eine Information mit den bereits verfütterten Obst & Gemüse.
Sofern ihr einen größeren Vorrat von der Trockenfuttermischung haben wollt, könnt ihr mich gerne ansprechen. Diese müsste dann allerdings erworben werden.
Eine Futterumstellung kann nach der Eingewöhnung allmählich erfolgen.
Bitte meidet beim Kauf sehr buntes Körnerfutter/Pelletfutter aus dem Supermarkt oder Zoohandel. Diese sehen zwar sehr schön aus, haben aber nicht viel mit artgerechter Ernährung zu tun. In diesen Mischungen befindet sich meist ein sehr hoher Getreide- und Zuckeranteil, der die Häschen auf Dauer krank machen kann.
Auch auf eine reine Pelletfütterung würde ich verzichten, da diese im Magen stark aufquellen.
Neues Frischfutter füttert ihr bitte ebenfalls langsam an. Junge Kaninchen haben noch ein empfindliches Verdauungssystem und können sehr schnell Durchfall bekommen. Bitte achtet darauf, das den Häschen Heu als Grundnahrungsmittel zu jeder Jahreszeit stets zur Verfügung steht.
Gebt den Schnuffelnasen etwas Zeit, um sich im neuen Zuhause eingewöhnen zu können
Endlich angekommen, sollten die neuen Mitbewohner vorsichtig ins vorbereitete Domizil gesetzt werden. Bitte gebt den Häschen einige Tage Zeit, um ihr neues Zuhause in Ruhe erkunden zu können. An den ersten Tagen haben sie noch Angst und wissen nicht, dass ihr gute Kanincheneltern seid.
Es werden einige Tage vergehen, bis sich die Mümmelnasen
an die fremden, ungewohnten Geräusche und Gerüche gewöhnt haben und das neue Zuhause als ihren Lebensraum akzeptieren. Bitte habt etwas Geduld.
Auch das Beobachten eurer neuen Schützlinge kann in den ersten Tagen sehr spannend sein.
Kaninchensprache kurz erklärt
Damit ihr euer Kaninchen besser verstehen könnt, erkläre ich euch kurz die wichtigsten Lautäußerungen & Körpersprachen, um Missverständnissen zwischen Halter und Kaninchen vorzubeugen.
Zähneknirschen:
Knirschen die Tiere leise mit ihren Zähnen, sind sie entspannt und fühlen sich wohl. Teilweise kannst du es hören, wenn du sie streichelst.
Ist dieser Laut jedoch deutlich zu hören, haben sie hingegen Schmerzen.
Meist verhält sich dann dein Häschen auch etwas anders:
- es ist nicht so neugierig als sonst
- es kommt nicht gleich zu dir angehoppelt, wenn du mit der Futtertüte raschelst
- es sitzt eher teilnahmslos & zuammengekauert in einer Ecke
- die Augen sind evtl. nicht mehr klar, sondern eingetrübt
Sollte dies der Fall sein, suche bitte einen Tierarzt auf, der dein Häschen einmal gründlich untersucht.
Fauchen, Knurren
Dein Kaninchen hat gerade richtig schlechte Laune. Lass dein Tier jetzt lieber in Ruhe und versuche es nicht mit Streicheleinheiten zu beruhigen, es könnte sonst sein, dass es dich kratzt oder beißt.
Schreien
Deine Hoppel schreien äußerst selten und nur in absoluten Ausnahmesituationen:
- große körperliche Schmerzen
- panische Angst (Kaninchen hat sich zum Beispiel verfangen und gerät in Panik)
- schwere Rangkämpfe mit Artgenossen, die mit Verletzungen einhergehen
Es ist wichtig, dass du nach deinem Tier schaust und ihm hilfst. Zieh dir besser Handschuhe an, es könnte sein, dass das Kaninchen dich in dieser Situation nicht sofort erkennt und dich unbeabsichtigt beißt.
Klopfen mit den Hinterläufen
Mit dem Aufstampfen ihrer Hinterläufe warnen sie ihre Artgenossen vor potentieller Gefahr. Es kann aber auch ein Zeichen für Stress, Angst oder allgemeiner Aufregung sein.
Männchen machen
Dein Kaninchen möchte sich einen besseren Überblick von seiner Umgebung verschaffen, sucht nach Aufmerksamkeit oder bettelt auf eine charmante Art nach Futter.
Anstupsen & Wegstupsen
Eine typische Verhaltensweise ist das Anstupsen von Artgenossen oder seinen menschlichen Familienmitgliedern. Stupst dich dein Kaninchen an, sucht es nach deiner Aufmerksamkeit oder möchte Futter. Unter Artgenossen ist es ein Begrüßungsritual oder eine Aufforderung zum gemeinsamen Spiel.
Sollte das Kaninchen deine Hand wegstupsen, hat es gerade keine Lust auf dich und möchte auch nicht gestreichelt werden.
Rammeln
Normalerweise dient das Rammeln der Fortpflanzung und dem Demonstrieren der Paarungsbereitschaft. Es ist aber auch ein Ausdruck der Dominanz. Leben mehrere Kaninchen in einer Gruppe, existiert eine Rangordnung untereinander. Bei Festlegung der Rangordnung oder um diese zu demonstrieren bzw. zu festigen wird das ranghöhere Kaninchen versuchen das rangniedere zu besteigen.
Auch weibliche Tiere untereinander können sich berammeln.
Zwicken
Das Kaninchen möchte seine Ruhe.
Verharren in gehockter Haltung
Dein Kaninchen hat gerade richtig Angst.
Normalerweise suchen sich Kaninchen ein sicheres Versteck, wenn sich die Mümmelnasen erschrecken und sie der Meinung sind, dass sie sich in einer gefährlichen Situation befinden. Ist der sichere Unterschlupf jedoch zu weit entfernt oder sie wurden von der "Gefahrenquelle" vollkommen überrascht, ducken sie sich ganz flach auf den Boden und verharren völlig regungslos, damit der Feind sie nicht erkennt. Es handelt sich hierbei aber auch um eine Unterwerfungsgeste bei Rangordnungskämpfen in der Gruppe.
ausgestreckte Seitenlage
Dein Kaninchen fühlt sich gerade richtig wohl und sicher.
Wälzen
Dein Hoppler fühlt sich gerade pudelwohl und ist tiefenentspannt.
Luftsprünge/Haken schlagen
Bei einem genügenden Platzangebot zeigen die kleinen Hoppler erst einmal was sie so drauf haben und das sie mitnichten langweilige Haustiere sind.
In freier Wildbahn nutzen es die Hasen, um ihren Feinden zu entkommen. Oftmals werden scharfe Haken auch mit wilden Sprüngen kombiniert, bei dem das Häschen selbst in der Luft die Richtung ändern kann.
In Gefangenschaft drücken viele Kaninchen aber damit auch pure Lebensfreude aus oder nutzen diese akrobatischen Einlagen, um ihren Haltern zu entkommen, weil sie zum Beispiel noch nicht zurück in ihren Käfig möchten und lieber noch ein paar Runden im Auslauf drehen wollen.