Dokumentation des Volierenbaus

Meine Tiere haben sich bereits seit einiger Zeit eine richtig große Außenvoliere zum dauerhaften Umherhopsen, sowohl am Tag als auch in der Nacht, gewünscht.
Nachdem ich das Herz des Bauherren erweichen konnte, fiel der Startschuss für die Umsetzung des Projektes im September 2022.

Vorbereitung ist ja bekanntlich ALLES!
Vor Beginn der Umsetzung habe ich mich mit dem Bauherrn (meinem lieben, lieben Mann) zusammengesetzt, die perfekten Maße und den geeignetsten Standort ausgetüftelt und überlegt, wie die Voliere am besten gebaut werden sollte, um Langlebigkeit, guten Schutz vor Fressfeinden, optimale Ausbruchsicherheit und eine gewisse Ästhetik zu vereinen.
Nachdem wir uns einen Plan zurechtgelegt hatten, musste zunächst der Apfelbaum weichen, da dieser leider dem Projekt im Weg stand.
Das Bäumchen konnte zum Glück noch gerettet werden und hat ein zweites Leben an einem anderen Platz in unserem Garten begonnen.
Damit die Häschen keine Chance haben auszubrechen oder Fuchs und Co sich unter der Voliere durchgraben können, haben wir um den gesamten Volierenbereich einen 80cm tiefen Graben gezogen.

Nach vielen Regenschauern, die sich über mehrere Tage erstreckten, habe ich bereits einen Bambus, den ich im Sonderangebot im Baumarkt gefunden habe, gepflanzt. Ich konnte einfach nicht anders. Und ja, mir ist natürlich bewusst, das Pflanzen eigentlich erst zum Schluss eingesetzt werden.

Der Graben wurde mit Frostschutz, Beton und Amierungsstahl aufgefüllt und der mardersichere Volierendraht mit eingegossen.

Damit die Voliere möglichst langlebig ist, hat sich der Bauherr überlegt, dass die tragenden Säulen nicht aus Holz, sondern aus Schalungssteinen bestehen.
Nun wurde damit begonnen, die Schalungssteine mittels Montagekleber übereinanderzusetzen und mit Beton auszugießen. Auch hier wurde wieder Amierungsstahl mit einbetoniert.

Ab Mitte November hinderten uns die kühlen Temperaturen an dem Weiterbau der Voliere, sodass wir einen Baustopp bis März 2023 einlegen werden.

Den Frühling 2023 hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt. Gefühlt hat es fast jeden Tag geregnet, sodass unsere ambitionierten Pläne, bereits im März weiterbauen zu können, zerschlagen wurden.
Der tatsächliche Baubeginn 2023 war leider erst kurz nach Ostern und auch hier verzögerten sich die Arbeiten aufgrund des wechselhaften Wetters.
Bis Ende April hatten wir es aber geschafft, sämtliche tragenden Säulen mit den Schalungssteinen hochzuziehen und mit Beton auszufüllen.

Da aufgrund der Schneelast im Winter 2022 ein Kiefernast unseres Nachbars abgebrochen ist und direkt neben unserem Volierenbau auf unseren Zaun fiel und dieser dadurch in Mitleidenschaft gezogen wurde, beschlossen wir, dass es besser ist, die überhängenden Äste etwas zu beschneiden. 
Nachdem wir die Erlaubnis von unserem Nachbarn eingeholt hatten, konnten wir dem Baum in knapp 40 m Höhe einen neuen Formschnitt verpassen.

Nun kam die eigentliche Herausforderung:
Mein Mann hatte geplant einen Ringanker aus Beton zu gießen und diesen zusätzlich mit Amierungsstahl zu verstärken.
Dafür musste zunächst der Amierungsstahl miteinander verbunden werden. Damit der Stahl später einmal völlig im Beton eingegossen ist und nicht direkt auf den Schalungssteinen aufliegt, wurde er mittels Bauschaum in eine "schwebende Position" gebracht.
Anschließend musste noch alles mit Brettern eingeschalt werden. Diese Arbeit dauerte wesentlich länger, als wir ursprünglich angenommen hatten. 
Zu guter Letzt hatten wir noch die Mammutaufgabe vor uns, alles mit Beton aufzufüllen. Letztendlich hatten wir an einem Tag zu dritt 1,5 Paletten Beton angemischt und eimerweise in die Schalung gefüllt.
Meine Arme sind an diesem Tag gefühlt 10 cm länger geworden.
Wir hoffen, dass die Schalung dem Druck/Gewicht des Betons standhält.

Die Schalung hatte glücklicherweise nicht nachgegeben. Nach 3 Tagen Aushärtung wollten wir unser Werk unbedingt sehen und es ging ans Unboxing.

Ich denke, es ist uns ganz gut gelungen. 
Anschließend ging es an die Feinheiten. Der Ringanker wurde an einigen Stellen nachgebessert und anschließend komplett verputzt.
Nebenbei wurden die Holzbalken, die wir für die Voliere verwenden möchten, mit Leinöl und Tungöl behandelt.

Baufortschritt zum 15.07.2023:

In den letzten Wochen waren wir wieder fleißig.
Auf der Oberseite des Ringankers haben wir einen Kaltanstrich angebracht, um den Beton vor Nässe zu schützen. 
Außerdem hat unsere alte Balkontür ein neues Leben in der Voliere begonnen. 
In den letzten 4 Tagen haben wir uns an die Holzkonstruktion gewagt. Das Holz wurde zuvor mit Leinöl und Tungöl behandelt. 
Auch die Vorbereitungen für die Schutzhütte, die direkt an die Voliere angeschlossen ist, sind bereits in vollem Gang. Die Bretter und Balken für die Unterkonstruktion wurden bereits in den letzten Tagen mit Kiefernholzteer gestrichen und befinden sich schon seit ein paar Tagen im Trocknungsprozess.
Ebenso wurde bereits Draht ausgelegt, um alles mardersicher abzuriegeln.

Baufortschritt Anfang September 2023:

Ein Jahr ist bereits vergangen, seitdem der Startschuss für unser Projekt fiel.
In den letzten 6 Wochen hat sich wieder einiges getan, aber ein Ende ist leider immer noch nicht in Sicht.
Mittlerweile hat der Betonringanker einen fröhlichen Anstrich bekommen und die Holzkonstruktion an der Voliere konnte fertig gestellt werden. Auch die Unterkonstruktion und der Holzfußboden für die Schutzhütte wurden bereits gebaut und noch einmal mit Leinöl gestrichen. Um die Voliere haben wir bereits einen kleinen Graben gezogen, damit das Gras nicht ständig in das Volierengitter hineinwächst. Der Graben wurde mit Unkrautfließ ausgekleidet und zu 3/4 mit Frostschutz aufgefüllt. 
In den nächsten Tagen werden wir in dem Baumarkt nach passenden Ziersteinen suchen, um den Graben vollends zu schließen. 

Baufortschritt Ende September 2023:

Mittlerweile haben wir die Seitenwände mit Volierendraht ausgekleidet. 
Auch passende Ziersteine konnten wir im Baumarkt finden und verschönern nun unser Bauwerk. Die Deckenbalken haben wir eingezogen und ebenfalls mit Volierendraht versehen. Um die Balken vor der Witterung zu schützen, wurden diese mit Teerpappe beschlagen. Ebenso wurde der Betonringanker mit Dachpappe versehen. Damit nicht ständig Nadeln von den beiden benachbarten Kiefern auf die Voliere rieseln, haben wir ein Netz über das Volierendach gespannt.
Auch bei der Schutzhütte sind wir weiter vorangekommen. Es wurden bereits 3 Seitenwände hochgezogen und mit einer Spielzeugfarbe bestrichen. Ebenso wurde das Holzdach der Schutzhütte fertig gebaut und mit Leinöl gestrichen. Anschließend wurde das Holzdach mit einem schräg angebrachten Blechdach versehen, damit das Regenwasser ablaufen kann.

Fertigstellung Ende Oktober 2023


Im Oktober hatten wir uns die Fertigstellung als Ziel gesetzt.
Die vierte Seitenwand der Schutzhütte inklusive Türen und Fensterelementen wurde gesetzt und mit Spielzeugfarbe bestrichen. In der Schutzhütte selbst wurden kleine Häuschen als Rückzugselemente aufgestellt sowie Futterkörbe angebracht. Die Lauffläche im Innenbereich wurde größtenteils mit kuscheligem Polarfleece versehen. 
Im Außenbereich wurde anschließend aus Robinienstämmen eine Kletterburg für die Schlappohren errichtet.
Unser Bauprojekt konnten wir somit Ende Oktober abschließen.

Dauerhaftes Zusammenleben in der Großgruppe

Nachdem alle Häschen nochmal gegen Würmer und Kokzidien prophylaktisch gekurt wurden, durften sie in ihre neue große Voliere umziehen. Da sich meine Tiere aufgrund des gemeinsamen Auslaufs aus der kleineren Voliere bereits untereinander kannten, erfolgte die dauerhafte Vergesellschaftung im neuen Zuhause ohne Probleme.