Gesundheit

Ich züchte ausschließlich mit Tieren welche keine sichtbaren Zahnfehlstellungen oder bekannte Erbkrankheiten aufweisen!

Immer wieder bekomme ich Nachfragen, ob die Widderchen vermehrt Probleme mit ihren Behang in Form von Ohrenentzündungen oder anderen krankhaften Veränderungen haben.
Oftmals haben sich die Interessenten bereits ausführlich im Internet auf bekannten Webseiten (z.B. Kaninchenwiese) belesen und sind dadurch etwas verunsichert.
Ich züchte Miniwidder bereits seit mehreren Jahren. 
Keiner meiner Tiere hatte bisher eine Ohrenentzündung oder andere krankhafte Veränderungen am Ohr gehabt.

Ebenso kann ich auch eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit bei den Widderchen im Vergleich zu den Stehohrkaninchen NICHT bestätigen.
Meine Erfahrungen werden auch durch Züchterkollegen aus Thüringen und Bayern, die bereits seit Jahren oder Jahrzehnten Minniwidder halten, bestätigt.

Meiner Ansicht nach sind Erkrankungen der Widder zum großen Teil von einer artgerechten Ernährung, passenden Haltung und Umgang mit den Schlappohren abhängig. Es ist um so vieles einfacher, die entstandenen Erkrankungen der Tiere auf den Behang zu schieben, anstatt die tatsächliche Ursache, die meist bei den Haltern liegt, zu suchen.

Impfung

Die Hämorrhagische Krankheit (Rabbit hemorrhagic disease, Chinaseuche oder RHD) ist eine Virusinfektion beim Kaninchen, die fast immer tödlich verläuft.
Der Erreger der Hämorrhagischen Krankheit ist das RHD-Virus (RHDV), ein unbehülltes, einzelsträngiges RNA-Virus aus der Virusfamilie der Caliciviridae. Das Virus ist außerhalb seines Wirtes sehr widerstandsfähig. Es überlebt ohne Wirt unter günstigen Bedingungen gut 7 Monate.
Das RHD-Virus ist sehr wirtspezifisch. Es befällt ausschließlich Kaninchen und ist somit nicht ansteckend für den Menschen oder andere Säugetiere.
Bei dem durch RHD ausgelösten Infekt verbluten die Tiere von innen. Der Tod der erkrankten Tiere tritt bereits kurz nach Auftritt der ersten Symptome ein, teilweise versterben Kaninchen auch ohne erkennbare Anzeichen.
Der Erreger wird meist direkt durch Stechmücken oder von einem kranken zu einem gesunden Tier übertragen. Allerdings  ist auch eine indirekte Ansteckung über das Futter, über Fliegen oder dem Menschen selbst möglich.
 
Seit 2010 breitet sich ein neuer RHD-Stamm, die so genannte RHD2, aus.
Bereits sehr junge Tiere können an RHD2 erkranken.
Im Gegensatz zu dem klassischen RHD Stamm besteht KEINE Nestlingsimmunität bei Jungtieren bis zur 8. - 10. Lebenswoche.
Oft liest man auf Hobbyzüchterseiten oder bei Ebay-Kleinanzeigeninseraten, dass die Jungtiere durch die Muttermilch und der darin enthaltenen Antikörper einen Schutz gegen RHD2 bis zur 12.Lebenswoche haben. Dies ist allerdings nicht wissenschaftlich belegt. Der maternale Schutz lässt meist schon in der 4. Lebenswoche nach und ist mit der 6.-7. Lebenswoche nahezu gänzlich verschwunden.
Daher ist es wichtig seine Jungtiere, besonders in Seuchengebieten, bereits frühzeitig impfen zu lassen.
Um die immunologische Lücke zwischen den maternalen Antikörpern und dem Zeitpunkt der Abgabe möglichst gering zu halten, erfolgt bei uns meistens die erste Impfung um die 5. Lebenswoche. Der Impfstoff benötigt ca. 7 Tage, bis sich der Schutz vollständig aufgebaut hat.
Danach sollte im neuen Zuhause mit der 12. Lebenswoche eine Nachimpfung erfolgen, damit eine ausreichende Grundimunisierung erfolgt.
Da der Impfschutz nach 6 Monaten langsam wieder abfällt, wäre es in Seuchengebieten ratsam, halbjährlich zu impfen. Laut Hersteller hält der Schutz allerdings bis zu 12 Monate an.

Ausschließlich Filavac, Eravac & Nobivac Plus bieten einen ausreichenden Schutz gegen RHD1 und RHD2.


Letzte Bestandsimpfung meiner Zuchttiere mit Filavac erfolgte am 14.03.2026