Wer passt zu wem?
Meerschweinchen:
Meerschweinchen sind sehr soziale Tiere und benötigen mindestens einen Artgenossen.
Sofern du als Meerschweinchenhalter neu einsteigst und noch keine Tiere zu Hause hältst, möchte ich dir folgenden Rat mitgeben:
Bitte kaufe nicht nur Schweinchenbabys für deine Gruppenneugründung, auch wenn die putzigen kleinen Flitzer noch sooo süß sind.
Gründest du eine Gruppe ausschließlich mit ganz jungen Tieren, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie sich als Heranwachsende nicht mehr gut verstehen.
Auch wenn die Jungtiere aus einer guten Hobbyzucht stammen und bereits das Rudelleben kennen, sind sie mit dem Abgabealter noch nicht ausreichend sozialisiert, um ausschließlich mit Gleichaltrigen dauerhaft harmonisch zusammenleben zu können.
Sie benötigen daher immer noch ein gut sozialisiertes Erzieherschweinchen, dass ihnen weiterhin zeigt, wie man sich in einer Gruppe zu verhalten hat.
Aus diesem Grund ist es günstig, wenn du bei einer Neugründung deiner Gruppe immer ein Erzieherschweinchen mit aufnimmst.
Bockgruppenhaltung
Nach eigenen Erfahrungen vertragen sich reine Bockgruppen, die keinerlei Kontakt zu den Mädels haben, gut miteinander und verlaufen sehr harmonisch. Sofern noch keine Schweinchen zu Hause auf einen warten und du dir eine komplett neue Gruppe zulegen möchtest, ist es ratsam, einen Erzieherbock (erwachsenes, gut sozialisiertes Tier) mit einem oder mehreren kleinen Böckchen zu vergesellschaften. Die kleinen Böckchen ordnen sich dem Bock gut unter und können weiterhin das Sozialverhalten (z.B. wie ordne ich mich unter, wie vermeide ich Streit, was darf ich und was nicht, wie kläre ich die Rangordnung ohne ernsthafte Beißereien) von ihm lernen.
Bei einer bereits bestehenden gut sozialisierten Bockgruppe kann ein neues kleiner Böckchen auch gut integriert werden.
Bei der Bockgruppenhaltung ist eine Kastration der Tiere nicht notwendig und daher meiner Ansicht nach auch völlig unnötig!
Haremshaltung
Die wohl geläufigste Haltungsform ist der Harem. Hier lebt ein kastrierter Bock mit mehreren Sauen zusammen. Auch diese Haltungsform eignet sich sehr gut, sofern der Kastrat gut sozialisiert ist.
Leider eignet sich nicht jeder kastrierte Bock als Haremswächter.
Diese Erfahrung habe ich selbst sammeln müssen.
Ich hatte mir einen Bock aus einer Zucht nach absitzen der Kastrationsfrist zu mir als Haremswächter für meine Mädels geholt. Leider war er für diesen Job vollkommen ungeeignet. Eigentlich sollte er für ein dauerhaft harmonisches Gruppengefüge sorgen, aber er bewirkte das genaue Gegenteil. Die Gruppe war auch noch Wochen nach seinem Eintreffen unausgeglichen, sodass ich ihn leider aus der Mädelstruppe wieder entfernen musste.
Häufig funktioniert die Harmeshaltung jedoch sehr gut.
Sauengruppe
Auch eine Mädelstruppe kann gut funktionieren, kann unter Umständen aber auch zu vermehrten Zickereien führen. Bei der Haltung einer reinen Weibchengruppe wird eine Sau als Alphatier die Bockrolle übernehmen. Zudem wird nachgesagt, dass es bei einer reinen Sauengruppenhaltung vermehrt zu Ovarialzysten bei den Tieren kommen kann.
Kaninchen
Sehr gut vertragen sich gegengeschlechtliche Kaninchen:
- Pärchen (ein Rammler (kastriert) und eine Häsin)
- Kleingruppe (ein Rammler (kastriert) und 2 bis 3 Häsinnen)
Ebenso vertragen sich auch zwei frühkastrierte Rammler gut miteinander.
Von der Haltung zweier Weibchen würde ich eher abraten. Diese können gut miteinander auskommen, aber es kann auch zu dauerhaften Zickereien im Erwachsenenalter führen.